Google Ingress: Mein erster Test

Vor einigen Tagen war es soweit. Ich öffnete mein Postfach und las die lang ersehnte Nachricht: „You’ve Been Invited to Play Ingress. The Ingress has begun.“ – Endlich!

Was Ingress ist? Die neueste Attraktion aus den heiligen Hallen von Google. Ein Augmented-Reality-Spiel, bei dem sich eine geheimnissvolle Energiequelle in der realen Welt ausbreitet. Die eine Seite der Menschheit, die Erleuchteten („The Enlightened„), möchte diese Energie erforschen und nutzen. Die andere Seite, der Widerstand („The Resistance„), möchte eben dies verhindern. Ein epischer Kampf Gut gegen Böse – wobei unklar ist, wer dabei welche Seite einnimmt.

Activation Code eingegeben, Account erstellen und los geht’s

Google Ingress Tutorial XMErstmal führte mich die App durch ein Tutorial, das mir die grundlegenden Funktionen des Spiels näher erläuterte. Das Spielprinzip sieht folgendermaßen aus: Auf einer realen Karte werden die Standorte der geheimnisvollen Energie angezeigt, welche im Spiel Exotic Matter (kurz: XM), genannt wird. Per GPS wird die aktuelle Position des Spielers getrackt und ebenfalls live im Kartenmaterial angezeigt. Bewegt man sich nun in die Nähe von XM, geht es in den Besitz des Spielers über. Ein Balken gibt Auskunft über die aktuelle Besitzmenge von XM.

XM stellt die Grundlage des Spiels dar. Denn damit ist es dem Spieler möglich, Portale an bestimmten Plätzen zu hacken und mittels sogenannter Resonatoren zu kontrollieren. In der näheren Umgebung kontrollierter Portale wiederum wird vermehrt XM produziert. Zwei Portale können via eines Links verbunden werden und steigern damit ihren Verteidigungswert. Wird das Zweiergespann umd ein drittes Portal erweitert, bildet sich ein Feld, in dessen Reichweite die Menschheit „vor dem Bösen“ geschützt ist. Die Erstellung solcher Felder ist das eigentliche Ziel von Ingress.

Besagte Portale befinden sich jedoch nicht irgendwo, sondern an Sehenswürdigkeiten wie Denkmälern, Gebäuden, Parks etc. Heiß umkämpfte Plätze meiner neuen Heimat Salzburg sind beispielsweise die Gegend rund um den Dom oder der Mirabellgarten. Ein großer Unterschied zu bisherigen Spielen. Denn gespielt wird somit draußen, nicht Zuhause.

Eine Runde durch die Stadt

Ich schlenderte also heute Abend die Schallmooser Hauptstraße Richtung Linzergasse entlang und sammelte meine ersten Portionen XM. Ständig mit einem Blick auf dem Smartphone-Display lief ich beinahe mehrere Passanten um. „Nur noch 400 Meter bis zum ersten Portal im Mirabellgarten.“ Ich wurde langsam nervös. Ich fragte mich, ob ich dort auch andere Spieler antreffen würde. Denn Ingress spielt man nicht alleine, Ingress spielt man im Kollektiv. Die eine Seite gegen die andere. Gegen die Bösen halt.

Google Ingress Portale MirabellgartenAm Mirabellgarten angelangt musste ich jedoch erkennen, dass bereits sämtliche (derzeit) verfügbaren Portale durch Mitstreiter oder Gegner gehackt und kontrolliert werden. Ich versuchte also, gegnerische Portale zu hacken oder anzugreifen und die Verteidigung eigener zu verstärken. Nach einigen Aktionen sank mein XM-Bestand auf kritisches Niveau, woraufhin ich mich wieder auf die Suche nach Nachschub machen musste. So schlenderte ich wieder weiter durch die Stadt und ließ dabei nie mein Display aus den Augen.

Nachdem ich die Altstadt durchquerte und den Domplatz umkreiste führte ich wieder Hackings auf gegnerische Portale durch und verprasste meine letzten XM-Bestände. Bei Hacks erhält man auch immer wieder Gegenstände, die einerseits zur Verstärkung der eigenen Verteidigung, als auch für weitere Attacken und Hacks genutzt werden können. Und man findet immer wieder Dokumente mit Informationen, die den Spieler tiefer und tiefer in die Geschichte rund um die Energiequelle eintauchen lassen. Das sorgt für Spannung!

Da mir nach knapp zwei Stunden des Umherschlenderns beinahe die Finger abfroren – man hat ja immer das Smartphone in der Hand – machte ich mich auf den Heimweg und die für diesen Abend letzte XM-Sammelrunde.

Mein erster Eindruck zu Ingress

Um es kurz zu sagen: Geil! Ich mag das Spiel. Anfangs verstand ich das Spielprinzip zwar nicht sofort. Nach ein bisschen Herumprobieren funktionierten die ersten Attacken und Wiederaufbaumaßnahmen eigener Portale jedoch ganz gut (hoffe ich ^^). Besonders gefällt mir der „sportliche“ Aspekt des Spiels. Zum Sammeln von ausreichend XM muss man schon mal einige Meter zurücklegen. Ebenso zum Erreichen entfernter Portale. Außerdem ermöglicht das Spiel das Kennenlernen neuer Personen, da gemeinsam koordinierte Angriffe effektiver sind als auf eigene Faust.

Was mich etwas stört ist die derzeitige Verteilung der Portale. Besonders in Salzburg befinden sich die Portale noch in relativ geringem Abstand zueinander, vorrangig in Alt- und Neustadt. Gegenden außerhalb dieser Viertel sind noch ohne Portale. Hoffentlich wird hier noch mehr geboten. Die geringe Anzahl der Portale ist aber sicherlich auch durch die noch sehr mäßige Verbreitung des Spiels begründet. Ingress befindet sich noch im geschlossenen Beta-Status und kann nur mittels Activation Code gespielt werden (diesen erhält man durch eine Registrierung auf der offiziellen Ingress-Webseite und einer ordentlichen Portion Geduld). Ich hoffe ich verschätze mich jetzt nicht komplett, aber in Salzburg dürften erst ~10 Spieler Ingress spielen.

Mein zweiter Kritikpunkt betrifft den Akkuverbrauch. Klarerweise ist dieser ziemlich hoch, da die App mit schönen Animationen aufwartet sowie GPS und UMTS/HSDPA benötigt. Leider läuft die App bei mir nur, wenn der Smartphonebildschirm aktiv ist. Wird er deaktiviert, kappt die App das GPS-Signal. Während dieser Zeit wird beim Gehen das in der Nähe befindliche XM nicht eingesammelt. Hier gilt es noch nachzubessern, dass XM auch bei deaktiviertem Screen eingesammelt wird.

Ein Überkracher könnte Ingress werden, wenn es mit Gadgets wie den Google Glasses verbunden wird. Dazu müssten diese aber erstmal Marktreife erlangen.

Egal, das Spiel macht auch so schon Spaß. Wer mitmachen möchte, sollte sich schleunigst registrieren und auf eine baldige Zusendung des Activation Codes hoffen. Ich jedenfalls werde mir smartphonetaugliche Handschuhe kaufen und weiterhin für eine Erforschung der geheimnisvollen Energie kämpfen 😉

11 Comments

  • Thomas Rafelsberger
    5. Dezember 2012 - 08:20 | Permalink

    Freue mich schon, dir als Gefährte in Ingress Unterstützung zu bieten!
    Warte noch meine Accountfreischaltung ab…

    lg TomRa

    • Alex
      5. Dezember 2012 - 10:59 | Permalink

      Freu mich auch schon darauf, dich in unserem Team willkommen zu heißen. Wir können die Verstärkung gut gebrauchen 😉

      Einfach geduldig warten. Mehr kannst ohnehin leider nicht machen…

      LG Alex

  • tomla
    5. Dezember 2012 - 12:09 | Permalink

    Bin auch noch am warten!
    Für solche spiele, speziell dieses, wäre doch die verwendung von opendata prädestiniert um eine weitere verteilung der xm/portale/… bei nicht so bekannten sehenswürdigkeiten oder anderen, nur lokal bekannten gegenden einzubinden. Aktuell ists ja nur bei den big points oder, dom etc?
    Lg tomla

    • Alex
      5. Dezember 2012 - 12:40 | Permalink

      Ja, derzeit gibt es Portale vorrangig in der Umgebung großer Sehenswürdigkeiten. Laut http://www.android-user.de/Apps/XM-und-AP-Die-wichtigsten-Infos-zu-Ingress-und-zum-Niantic-Project können Portale jedoch von jedem selbst erstellt werden. Das funktioniert dann folgendermaßen:

      „Ingress macht nur mit Portalen Spaß. Um ein neues Portal in Ihrer Nähe zu erstellen, machen Sie mit aktivierten GEO-Daten Ihrer Android-Kamera ein Foto eines öffentlichen Gebäudes oder einer Statue und teilen anschließend dieses Foto über den Eintrag NIA Super Ops aus dem gewöhnlichen Android-Teilen-Menü. Geben Sie dem Portal einen Namen und schicken Sie das Foto dann per Gmail los. Vorschläge zu Portalen können Sie auch dann einreichen, wenn Sie noch keine Einladung bekommen haben und nur die App installiert ist.“

      Werde das heute Abend mal ausprobieren, falls ich Zeit dafür finde.

  • tomla
    5. Dezember 2012 - 13:11 | Permalink

    Das macht es natürlich auch leichter! Schon was hingeschickt? Bin gespannt wann der Maileingang klingelt.

  • Pingback: Google Ingress – Ein Augmented-Reality-Spiel | IT-Babel

  • Markus
    17. Dezember 2012 - 10:35 | Permalink

    ich bin auch noch am warten auf meinen activation code, wie lang hats denn ca. Gedauert ? TAGE WOCHEN MONATE

    weiß eigentlich jemand wann das spiel dann wirklich losgeht ?

    lg

    • Alex
      17. Dezember 2012 - 12:57 | Permalink

      Hi Markus,

      also ich hab mindestens 3-4 Wochen gewartet. Die Freude war dann natürlich umso größer, als das ersehnte Mail im Postfach lag.
      Wenn du mit „wirklich losgehen“ meinst, dass das Spiel vom closed beta in den open beta Zustand übergeht, dann kann ich dir an dieser Stelle leider auch nichts Neues sagen.
      Hab mal kurz gegoogelt, aber keine brauchbare Info in diese Richtung gefunden. Auch auf der offiziellen Ingress-Webseite steht nach wie vor „Request an Invite“.

      Bleibt also leider nichts anderes übrig als zu warten und zu hoffen… Aber es lohnt sich 😉

      LG Alex

      • Consta360
        18. Dezember 2012 - 08:08 | Permalink

        Was ich gehört habe soll das Spiel nicht vor 1,5 Jahren im die Open Beta gehen! Zurzeit sammeln Sie noch Fotos mit GPS Daten. Ich selbst in gerade dabei in ganz Niederösterreich Portale zumachen .Achja bei mir hat es mit der Einladung fast 5- 6 Wochen gedauert, aber das Warten lohnt sich.

        Man kann auch auf einer Karte schauen ob es dort Portale gibt
        http://www.ingress.com/intel

        Also viel Spass!!!

        lg Josef

  • edei
    22. Januar 2013 - 06:39 | Permalink

    hab gerade meinen Code bekommen und werde mich ASAP einlesen und die ersten Schritte machen …

    gibt es hier in salzburg sowas wie einen stammtisch zum spiel?

    cu

    edei

    • Alex
      6. Februar 2013 - 16:00 | Permalink

      Hi edei,

      sorry für meine späte Antwort.

      Aus beruflichen Gründen spiele ich Ingress gerade nicht mehr so viel, daher weiß ich nichts genaueres bezüglich eines Stammtisches in Salzburg. Im Fraktionschat bekommst du aber sicherlich eine Antwort auf deine Frage (wenn du die Antwort nicht schon lange bekommen hast 😉 ). Außerdem sind die Spieler bereits sehr gut vernetzt via Google+ Gruppen usw. und koordinieren seit längerem gemeinsame Angriffe.

      Grüße
      Alex

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